Von italienischen Meistern wurde mit dem Schloss Porcia ein einzigartiges Kunstwerk der Renaissance geschaffen. Der Prunkbau weist Parallelen zum Schloss Belvedere in Prag, dem Schloss Trient sowie dem Khevenhüller Stadtpalais (heutiges Rathaus) auf.

Das dreigeschossige Bauwerk mit seinen vier Flügeln, die den reizvollen Arkadenhof umschließen, kann von seinem Typus her als italienischer "Palazzo" bezeichnet werden. Die Wahl des freien Standortes aber, die bewusst keine Eingliederung in eine Häuserzeile zulässt, ist wiederum charakteristisches Merkmal für ein "Schloss". Dagegen weisen die monumentalen Türme an der Nordwest- und Südost-Front unweigerlich auf die notwendige Wehrhaftigkeit hin und sind so ein wichtiges Element aus dem architektonischen Repertoire der typisch mittelalterlichen "Burg". Das Renaissance-Schloss Porcia stellt also eine gelungene Verbindung von Burg - Schloss - Palazzo dar.

Bevor man den Arkadenhof betritt, erinnert das von Kilian Pittner im Jahre 1703 angefertigte Wappen mit den Lilien der Porcia und figuralem Schmuck an die große Zeit dieses fürstlichen Geschlechtes.  Die Arkaden des Innenhofes, symmetrisch auf runden Säulen ruhend, weisen in allen drei Geschossen denselben Abstand auf, wodurch der Eindruck beinahe "gotischer" Gewichtung entsteht. Während im Erdgeschoss toskanische Kapitelle bzw. Kapitelle mit seitlichen Voluten das Gebäude allein zu tragen scheinen, verzieren Kompositionskapitelle die drei oberen Stockwerke des repräsentativen Renaissancehofes. Die Südseite des Innenhofes wird vom Wappen der Porcia, sechs goldene Lilien auf blauem Feld, von Baltasar Klenkh (vor 1707), beherrscht. Gleich neben dem Südportal erinnert die "Rizzi-Gedenktafel" des Grillparzer-Vereins an die große Bedeutung des hier in Spittal im Schloss Porcia geborenen Schriftstellers, Kritikers und Journalisten Vinzenz von Rizzi (1816-1856). Keller- und Erdgeschoss wurden und werden als Lager- und Wirtschaftsräume genutzt, die Repräsentationsräume befinden sich im zweiten Stock.

Obwohl beim großen Brand von Spittal (1797) vieles zerstört wurde, können noch heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten besichtigt werden. Vergangene Zeit wird im Turmzimmer, in der Kassettendecke aus dem Stift Millstatt, dem Renaissancekamin aus Italien, dem Wappensaal, dem Ahnensaal und anderem mehr, lebendig. Im zweiten Stock ist auch das  Museum für Volkskultur untergebracht, im Salamanca-Keller die Galerie Porcia.

 

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