Gabriel von Salamanca

Das 16. Jahrhundert war eine Zeit gewaltiger Umwälzungen. Das Kapital durchdrang das Wirtschaftsleben und begann in der Politik eine große Rolle zu spielen. Eine veränderte Weltanschauung, der Humanismus, hatte das Denken des Mittelalters abgelöst und große Veränderungen hervorgerufen. Der Buchdruck vergrößerte die Informationsmöglichkeiten und der neue Baustil, die Renaissance, gab dem gewandelten Lebensgefühl Ausdruck.

Vor diesem Hintergrund regierte das Geschlecht der Salamanca als Grafen von Ortenburg ihre Grafschaft gleichen Namens in Kärnten durch 115 Jahre, von 1524 bis 1639. Gabriel von Salamanca (geboren 1489/1490 im spanischen Burgos), der erste dieses Geschlechts, Bauherr von Schloss Porcia, überragte durch sein tatkräftiges Wirken und seinen politischen Einfluss viele seiner Zeitgenossen und alle seine Nachkommen, denen es nicht gelang, aus seinem Schatten herauszutreten. Er besaß eine umfassende Bildung, galt als Visionär und beherrschte die lateinische, französische und deutsche Sprache.

Gabriel verdankte seinen einzigartigen Aufstieg seiner Geschicklichkeit als Finanzmann, seinen diplomatischen Fähigkeiten als Ratgeber und Vertrauter Ferdinand I, des späteren deutschen  Königs und römischen Kaisers (1556-1564). Der Stadt Spittal verlieh er durch den Bau des Schlosses, einem Kunstwerk von überregionaler Bedeutung, ein neues Gesicht. Für den Ort und seine Bewohner waren die Bautätigkeiten des 16. Jahrhunderts und die Tatsache, dass hier „Hof“ gehalten wurde, von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die großzügige Anlage des Schlosses gaben dem Sinn Gabriels für Repräsentation Ausdruck.

 

Gabriel von Salamanca

Gräfin Salamanca - Sage und Wirklichkeit

Katharina von Salamanca war eine Gräfin und Nachfahrin von Gabriel von Salamanca. Sie war der Sage nach eine hartherzige Frau und liebte auf der Welt nur ihren einzigen Sohn Johann. Eines Tages feierte die Gräfin ein Fest auf dem Schloss und die hungrigen Bürger Spittals kamen, um um Essensreste zu bitten. Doch die Salamanca verjagte sie und hetzte den Flüchtenden sogar die Hunde ihres Sohnes nach. Ein alter Mann konnte nicht schnell genug fliehen und wurde von den Hunden zu Tode gebissen. Bevor er starb, verfluchte er die hartherzige Gräfin. Bald sollte ihr Sohn ebenfalls von Hunden zerfleischt werden. Salamanca lachte nur. Doch die Worte des Bettlers wurden wahr. Johann versuchte streitende Hunde zu trennen und seine eigenen Tiere töteten ihn. Katharina von Salamanca trauerte tief um ihren Sohn und als sie ihr eigenes Ende nahen fühlte, beauftragte sie einen Maurer damit, ihre Schätze einzumauern, damit ihr niemand ihr Hab und Gut nehmen könnte. Den Maurer ließ sie töten und eine Zofe, die ebenfalls wusste, wo der Schatz versteckt war, erschlug sie mit einem Pantoffel. Nach dem Tod der Gräfin verbreiteten die Untertanen der Grafen die Geschichte weiter und man munkelt seit damals, dass die böse Frau keine Ruhe finden konnte und noch immer im Schloss Porcia umgeht.

Entspricht die Sage um die Gräfin Salamanca der Wahrheit? Die Geschichte berichtet nichts Nachteiliges über die Gräfin. Im Gegenteil: Sie soll sogar eine stille und auch sehr gütige Frau gewesen sein, bis die Sagenbildung sich ihrer bemächtigte und sie in eine böse, hartherzige Frau verwandelte.

 

Gräfin Salamanca

 

Pranger

Der steinerne Pfahl mit der Freyung, der heute gleich neben dem Nordportal des Schlosses steht, war im Mittelalter als Strafrechtmittel ein Pranger, in der Türken- und Ungarnzeit ein Mahner zur kämpferischen Einheit und in der Neuzeit ein Symbol der Rechtsordnung einer privilegierten Marktgemeinde, also eines wirtschaftlichen Vorrechtes. Die angewinkelte Schwerthaltung mit der Schneide nach Osten ist eine warnende Trennungsgebärde zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht. Die Schwertspitze zeigt zum Himmel und ist so die ersehnte Verbindung der menschlichen und himmlischen Mächte.

 

Der Pranger

Pranger